Bundesverdienstorden für Jochen Kunze

BERLIN/KÖLLEDA (is). Wenn Bundespräsident Horst Köhler heute aus Anlass des Tages der deutschen Einheit verdiente Bürger mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik auszeichnet, wird auch Jochen Kunze aus Kölleda geehrt. Der Unternehmer habe, so heißt es in der Begründung, eine Vielzahl von Arbeitsplätzen geschaffen und sich auch vielfach sozial engagiert.
"Er hat ihn verdient, auf jeden Fall." Kölledas Bürgermeister Frank Zweimann (CDU) fällt beim Namen Jochen Kunze einiges ein, was zum Wohle der Pfefferminzstadt geschah. Natürlich sind da die Arbeitsplätze, die in den Unternehmen der Kunze Holding durch "überdurchschnittliches persönliches Engagement" des Geschäftsführers entstanden. Doch da ist noch mehr. "Als Arbeitgeber nahm sich Jochen Kunze auch die Zeit, an wesentlichen Dingen des Stadtlebens teilzunehmen", so Zweimann. Das Funkwerkmuseum hätte es ohne Jochen Kunze und dessen Unterstützung nie gegeben. Auch im Seniorenbereich engagiere er sich. Und: "Er ist eine sehr ehrliche Haut", sagt der Bürgermeister über den Unternehmer.
Zu DDR-Zeiten war Jochen Kunze Direktor der Betriebsschule in Kölleda und stand mit der Wende vor der Frage, "ob meine drei Diplome überhaupt noch gelten und wie es mit dem Funkwerk weitergeht". Nach Gesprächen mit Beratern und Ehefrau Christa startete er durch. Am 2. Mai 1991 gründete er die Berufliche Bildungsstätte Kölleda GmbH (BfB) - es war der erste Schritt auf dem Weg zu einem großen Firmengebilde, das heute für fast 1000 Arbeitsplätze steht. Es sei "vermutlich einzigartig", wie es Herrn Kunze gelungen ist, aus einer rein familiären Struktur heraus (ohne "Anschubfinanzierung aus dem Westen") 1991 zunächst ein Bildungsunternehmen, danach 1993 eine Produktionsfirma für die Montage von PC (Logatec GmbH), 1998 eine private Berufsschule/Berufsförderschule (GJS) und schließlich im Jahre 2000 ein weiteres Dienstleistungsunternehmen (ComCall GmbH) zu gründen und beständig weiter zu entwickeln", heißt es zur Verleihung des Verdienstordens aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Zugleich wird auf das soziale Engagement verwiesen, etwa die Gründung der Familienstiftung Kunze im Jahre 2002 als gemeinnützige Stiftung für Bildung, Kunst und Kultur, durch die Stipendien für benachteiligte Jugendliche vergeben werden.
Er selbst habe zunächst daran gedacht, dass viele in seiner Firma, insbesondere seine Frau die Ehrung auch verdient hätten, sagt Jochen Kunze. Doch er freue sich natürlich über diese hohe Auszeichnung. Der 62-Jährige leitete im Jahr 2002 den Generationenwechsel im Firmenverbund ein, gab mehr Verantwortung in die Hände seiner Kinder, ist nun deren Berater und Geschäftsführer der Holding. Sein Wort zählt nach wie vor..

04.10.2005